Samstag, 26. Mai 2012, 18:48:23 Uhr

09. Dezember 2008, 22:48

Harte, Coole Jungs

Torhüterschule für Torhüterträume

Die Schweizer Eishockey Szene geizt nicht mit guten Torhütern. Vorbilder wie Gerber, Aebischer, Hiller etc. haben längst den Weg in die beste Liga der Welt, der NHL geschafft. Andere sind drauf und dran, sich dort zu etablieren. Auch die Nationalliga der Schweiz lässt immer wieder neue Talente aufblühen. Lukas Flüeler ist das jüngste Beispiel, Flüeler, der es nach wenigen Jahren in die Nati geschafft hat, ist sozusagen ein Markenzeichen des Schweizer Hockeys und ein Beweiss, dass die Schweizer Goalis einfach gut sind. Über Nachwuchs müssen sich die Vereine denn auch nicht klagen. Goalie zu sein ist aber anspruchsvoll und jeder Goalie trägt eine grosse Verantwortung, gegenüber seiner Mannnschaft und seinen Kameraden. Mit dieser Last muss er leben können. Sportheute.ch hat zwei junge, ehrgeizige Nachwuchstorhüter in's Training begleitet. In's Spezialtraining der einzigartigen Goalieschule in Kloten. Eine Reportage von Marcel Krebs und Ady Derungs (Fotos)

Brüttisellen (mk) Mit grossen Sporttaschen wie ihre Vorbilder die knallharten Eishockeyprofis der NHL, kommen sie im Klotener Industriequartier an der Lindenstrasse an. Andrin und Ciril Seifert. Alleine wäre der Weg aus dem Aargau aber kaum zu schaffen gewesen. Vater Rolf Seifert, selbst ein ehemaliger Spieler und heute ein angefressener Fan seiner Jungs, chauffiert seine Buben mit seinem riesigen Ovroader jeden Samstag in's Training nach Kloten. Hier werden sie jeder für sich alleine, 30 Minuten lang vom Eishockeytrainer in allen Belangen eines Torhüters geschult und verbessert - und es wird Ihnen eine Technik beigebracht, die sie später zu Klassetorhütern machen soll.

Werde Goalie - halte dicht!

Die Goalieschule an der Lindenstrasse in Kloten führt über zweihundert Goalies in ihrer Kartei. Dabei wird den Schlussmännern in erster Linie eine seriöse Grundtechnik beigebracht. Dazu erarbeiten die professionellen Trainer ein Konzept und einen Trainingsplan mit den Jungs, so können verschiedene Trainer immer dort arbeiten, wo es beim jeweiligen Goalie am nötigsten ist. Die Jungs können aber auch über ihre Goalieprobleme offen diskutieren und werden auch sehr geschickt von den ausgebildeten Trainern zu Verbesserungen angeleitet und geführt. "Ein Goalietrainer muss sehr geschickt mit den Problemen umgehen können." meint Stefan Siegfried - Geschäftsführer der Goalieschule.

"Wir stärken noch mehr die Stärken der jungen Goalies und arbeiten an ihren Schwächen um auch da, Defizite aufzuholen und Fehler zu eliminieren. Zudem braucht es viel Einfühlungsvermögen und Vertrauen - beidseitig." So Stefan Siegfried. Siegfried ist einer der vier Trainer im Goalietraining. Stefan Siegfried und seine Kollegen, strahlen dieses Vertrauen und die Überzeugunskraft eines Goalies auch aus. Mit ihrer frischen Art und ihrem offenen Wesen treffen die Goalietrainer von Kloten genau bei den Jungs in's Schwarze. In den dunklen Wänden an der Lindenstrasse, den alten Fabrikhallen, fühlt man sich einfach wohl - Goaliewohl!

Training das ganze Jahr

Der Vorteil der Goalieschule im Klotener Industriequartier ist, dass hier die Jungs das ganze Jahr über zum Training kommen können. Daneben werden auch Sommercamps in eigener Regie und Camps in Clubs organisiert. Siegfried sieht sich auch als Ergänzung und nicht als Konkurrenz zu den Trainern und Trainings in den Clubs. Trainingslektionen bei der Goalieschule in Kloten kosten 70.-- für eine halbe Stunde. Wer aber meint dass sei eine zu kurze Zeit, der wird als Zuschauer eines besseren belehrt. Nach dreissig Trainigsminuten sind die Jungs so kaputt, dass kaum einer diese halbe Stunde, verlängern möchte.

Wir haben den Plausch und fühlen uns gut

Andrin und Ciril Seifert jedenfalls, gefällt es gut. Sie sind in der "echten Eiszeit" Goalies beim EHC Wettingen -Baden - Andrin bei den Piccolo und Ciril bei den Bambini.
Für die beiden acht und zehnjährigen Buben ist Eishockey Freude und Plausch. Und wenn man dazu noch Goalie sein darf, dann ist es sowieso aussergewöhnlich, lässig und cool.

Teurer Spass und volles Portemonaie

Wer allerdings in die Rolle des Goalies schlüpft, der braucht einen Papa mit Stutz. Schon eine Grundausrüstung kostet um die Viertausend und dass ist Durchschnitt. Wer Spitzenprodukte haben will, wie Sulander oder Ruegger und Co. sie tragen, der langt noch mal um einiges tiefer in den Geldsäckel. Allein Abwehrschoner liegen da in der Preisklasse 3000 Plus. Zudem geben sich heute die Torhüter mit ihren Gesichtsmasken recht modisch. Gebrushte Masken kosten je nach Qualität und Brush von rund vierhundert Franken bis 1500.-- Franken. Für die Art des Brush ist alles möglich. Wer es exklusiv will, der lässt sein Clubwappen drauf brushen.

Nach hartem Training und strahlenden Gesichtern zum nächsten Match

Auch wenn die beiden Jungs noch so geschwitzt haben, müde sind und fast auf allen Vieren aus der Garderobe kommen - lachen sie bereits wieder und freuen sich aufs nächste Training, wo Ihnen wieder viel Neues beigebracht wird. Jeden Samstag oder wenn der Papa Zeit hat, wird nach Kloten gefahren. Auf die Frage, ob sie jetzt das Wochenende geniessen sagen sie:" Klar, morgen haben wir einen Match!" Es ist kein Muss, es ist ein Spiel zum Spiel, es ist Freude die aus zwei jungen Gesichtern strahlt, Gesichtern die man vielleicht in ein paar Jahren als Torhüter in grossen Eishockeymannschaften stehen sieht. So jedenfalls der Traum der beiden Eishockey Nachwuchshütern. Ein schöner Traum - der sich tatsächlich auch verwirklichen könnte.


www.goalie.ch die Goalie Schule
www.progoalie.ch der Goalie Shop

Leserkommentare (0) »

Die Grundtechniken jedes Goalies sind das A und O eines guten Eishockeytorhüters. Andrin Seifert hört gespannt seinem Trainer Martin Winkler zu.

Ciril Seifert, wird mit Schüssen eingedeckt. Nach dreissig Minuten, wird auch er schweratmend und schweissüberströmt aus der Boxe kommen.

Das Paradies! Kaderscchmiede für Eishockeytorhüter. Wer was werden will, der geht in die "Fabrik".

Andrin mit einem gekonnten Hecht!

Vater Rolf Seifert, fährt seine Jungs in jedes Training. Auch bei Auslandeinsätzen und Trainingscamps ist er stet's dabei. Der persönliche Sponsor, für das exklusive Hobby seiner Jungs.

Sie gehört einfach dazu. Die Goalie Maske, gebruhst, fabrig und bunt.

Der Goalischlittschuh unterscheidet sich wesentlich vom "normalen" Schlittschuh, wie man an der breiteren Form sieht.Wer etwas auf sich hält, der gibt seinen Kuven alle zwei-dreis Wochen einen neuen Schliff.

Stefan Siegfried Geschäftsführer der Goalieschule (rechts) im Gespräch mit Marcel Krebs. Siegfried trainiert auch die Goalies vom Nationalligaclub Biel und diversen Ostschweizerclubs. Man kann uns "mieten" oder wir arbeiten regelmässig mit den Clubs zusammen.