Samstag, 26. Mai 2012, 18:32:34 Uhr

23. Dezember 2010, 06:11

Der Katzenberger flucht und tobt!

Kaum waren sie über die Kuppe gerannt, da sahen sie das Ungemach. Katzenberger war mit seiner Schneehexe in eine Grube gefahren. Fluchend und tobend brüllte er seine Hexe an. Du blödes Ding da und du blöder Motor und du da, hast mich einfach in dieses Loch geritten. Kaum zu glauben ich alter Esel lasse mir das bieten. Die Kinder konnten sich das Lachen nicht verkneifen und Bill gluckste den Lachanfall hinunter, dass er fast erstickte. Doratella war auch eben angekommen und sie lief zu ihrem Vater, Papilein was hast du nur gemacht - hast du die Strasse verfehlt? Frag nicht so blöd hilf lieber dieses blöde Viech auf die Flossen zu kriegen.

Brüttisellen, 23.12.10 (mk) Inzwischen waren sie genug um den Motorschlitten wieder gerade zu stellen und Katzenberger konnte aus der Grube fahren unter grossem Beifall und geklatsche. Mit funkelnden Augen und anhaltendem fluchen kam er wieder auf das schneebedeckte Strässchen zu stehen.

Alle Aufregung um sonst, weisst du Papilein - Sämi kam angerannt als brenne das Haus und du könntest nicht mehr raus. Wir haben das schlimmste befürchtet. Hauchte Doratella ihrem Vater zu - gleichzeitig grinste sie aber auch - der grosse Zauberer hat seine Sprüche vergessen wie? Bill bekam schon wieder gewisse Zustände und Sophie und Heidi die auch dabei waren bekamen Gänsehaut. Hast du gehört - Sprüche vergessen? grosser Zauberer? Was haben die beiden eigentlich vor?

Alle hatten aber nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn der alten Katzenberger fuhr mit lauten getöse weiter --he Papilein, dürfen wir aufsitzen? Schnell sprangen sie auf die Schlitten und fuhren wieder zurück. Mit freudigem Gebell Sämi und Blessli hinterher.

Zur gleichen Stunde in der Stadt

Zur gleichen Stunde wurden in der Stadt die letzten Vorbereitungen für den Reisetag getroffen. Carunternehmer Ruedisuehli und seine Frau hatten alles im Bus auf Hochglanz gebracht. Frau Ruedisuehli hatte für die Fahrt hinauf ins Zürcher Oberland bereits Gipfeli bestellt. Den Kaffee würde sie ebenfalls morgen früh in die grossen Kannen giessen. Es soll ja wirklich was spezielles werden. - meinte sie.

Pfarrer Würmli redete nochmals mit seinen Schäfchen und kontrollierte persönlich, ob auch alles in die Reisetaschen getan wurden. Winterkleider habe ich euch auch besorgt und Schneestiefel gibts morgen von der Feuerwehr. Dazu können wir auch die Ersatzmäntel gebrauchen. Ihr werdet also nicht frieren. Im Weidli gibt es Schlafräume mit je 7 Betten. Zwei sind für die Frauen reserviert - der Rest für die Männer. Es hat einen grossen Aufenthaltsraum wo wir feieren werden und auch an den anderen Tagen spiele und allerlei anderes machen können. Alles ist da, essen, trinken etc. Seit anständig mit den Leuten dort oben. Dürfen Barbares, Tromodeus und Silvana auch mitkommen? Klar, sie werden dort zwei lustige Kumpanen finden. So jetzt geht heute beizeiten zu Bett - morgen ist ein strenger aber auch schöner Tag.

Prokurist Schifferli hatte die Liste beisammen. Alles fein säuberlich protokolliert. Seine Frau die Irene, machte munter mit und hatte sich schon mit vielen der bedürftigen Menschen bekannt gemacht.

Auf dem Weidli ging es im Eiltempo weiter. Bauer Moser und Katzenberger brachten ihre Schlitten auf Hochglanz und schauten, dass alles in Ordnung war. Die andere Mannschaft war mit einpacken der Geschenke beschäftigt. Doratella hatte noch von ihrem Auftraggeber Limmatschoggi eine ganze Sporttasche voll Schoggitafeln erhalten. Natürlich mit ihrem Bild drauf. Im Päckchen hatte es auch Wintersocken, die der Frauenverein gestrickt hatte. Dazu gabe es Weihnachtsguezli und einen Schaal. Die Firma Krähenpick hatte die Schaals gesponsert. Auf den Werbeslogan "Wir essen alle im Krähenpick" hätte dennoch nicht undbedingt draufstehen müssen.

Die Orchesterprobe stand noch an und man war gespannt wie sich das Saxophon ins Orchester einspielen würde. Zuerst gab es aber einen zünftigen Zvieri wo alle kräftig zulangten. Katzenberger hatte sich wieder beruhigt und seine Augen funkelten unter der roten Zipfelmütze hervor, die er immer noch trug. Doratella sass nah bei Bill und stupste ihn hie und da wie rein zufällig an. Dass viel doch erheblich auf, weil auf dem Tisch die Tomaten nicht so rot waren wie Bills Kopf.

Susanne organisierte noch alle zum Abwaschen. Das Geschirr für die Gäste musste bereitgestellt werden. Auf dem Weidli war fast alles bereit. Nach der Probe hatten sie abgemacht noch die Tischtücher aufzulegen und dann zu Tischen. Die Leute sollten einen guten Eindruck beim Eintreffen haben. Alfred telefonierte und meinte, dass unten in der Stadt alles bestens laufe und er am morgen früh raufkäme. Katzenberger schruppte derweil im Wald die Bänke sauber. Das Heu hatte er bereits vor Tagen in den kleinen Waldschober getan. Die Krippe für die Tiere war gefüllt. Er hatte auch eine kleine Bühne gezimmert. Die Lagerstelle sah einladend aus. Holz zum feuern war da. Der Kessel hing bereits darüber um den feinen Punch zu brauen. Die Bänke hatte er im Halbkreis gestellt - leicht rechts der Feuerstelle, so hatten alle Ausblick auf die Bühne. Ja, sagte er zu sich - es darf sich sehen lassen. Innerlich freute er sich wahnsinnig auf morgen - den grossen Tag.

Die Kostüme für den Weihnachtsmann und das Christkindli hatte er fein säuberlich im Schober in einem Plastik Kleidersack aufgehängt. Die Perrücke, den Bart, den roten Mantel und das Kleid vom Chritskindli. Von ihm aus konnte es losgehen. Jetzt brauchten nur noch die Gäste zu kommen. Dass wird wunderschöne Weihnachtstage geben - seit Jahren habe ich das nicht mehr erlebt - und wenn man genau hinsah, hatte der alte Mann ein Tränchen oder vielleicht auch zwei auf den Wangen.

In den beiden Häusern war bis tief in die Nacht noch was los. Der letzte Schliff, wie Susanne Schmuckerli meinte ist wichtig und den wollen wir noch machen. So müssen wir morgen nur noch an unsere Gäste denken. Jemand muss dann die Wienerli und den "Härdöpfelsalat" in den Wald rüber bringen. Der Tisch steht schon. Wir werden nach dem Spiel und der Feier dort die Vorspeise essen und später gemütlich in den Aufenthaltsraum ziehen. "Ist es nicht ein schöner Weihnachtsbaum geworden? Frau Tschetterby hilft mir beim Kochen. Die Mutter von Elvira nickte. Sie war es als Schottin gewohnt viele Gäste zu haben - obwohl man den Schotten nachsagt, dass sie sparsam sind. Für über 60 Personen zu kochen war eine grosse Aufgabe. Rindsbraten, Kartoffelstock, Blumenkohlgrattin und zur Vorspeise einen gemischten Salat gab es - zum Dessert standen draussen vor dre Küche schön gekühlt 15 grosse Schwarzwäldertorten. Obwohl Susanne jetzt müde war, freute sie sich - freute sich auf die Menschen, denen sie eine grosse Freude bereiten durfte. Auf dem Sofa in der Stube schlief bereits Doratella, neben ihr Blessli der sich eng an sie kuschelte. Sämi lag beiden zu Füssen und machte sich ebenfalls fein für morgen - er gähnte und schlief dann genüsslich ein. Ein Tag wie im Märchen ging zu ende - die Zauberfee schlief und sie wird morgen als Christkindli erwachen. Doratella träumte, aber so wie sie schon lange nicht mehr geträumt hatte. Sie flog durch die Nacht - unter dem Sternen himmel durch und brachte überall Gutes und Glück hinab. Blessli schnarchte und drückte sich immer enger an Doratella. Susanne schluckte - auch sie war überglücklich. Sie löschte das Licht und ging ebenfalls zu Bett. Millionen von Sternen leuchteten über dem Weidli - dem Zauberhaus hoch oben im Zürcher Oberland.

Lesen Sie am 24.Dezember - Der grosse Tag - das Fest - es ist Heiligabend.

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