Samstag, 26. Mai 2012, 18:31:00 Uhr

19. Dezember 2010, 09:50

Letzte Vorbereitungen

Bald ist es soweit. Noch eine Woche bis zur grossen Weihnachtsparty draussen im Wald, dh. oben im Weidli. Am Dienstag reisen die Schmuckerlis mit Doratella aufs ja hinauf aufs Weidli. Vorher gibt es aber noch einiges zu tun. So wollen die Organisatoren, auch noch mal alles auf dem grossen Plan abhacken und sich vergewissern, dass sie an alles gedacht haben. Wirklich an alles. Auch erhalten sie letzten Informationen von Pfarrer Würmli. Auch müssen sie den Anghänger mit allen Essenswaren laden. Vorher heisst es - alles einsameln. Vater Alfred wird für den Nachschub bis zum grossen Parkplatz verantwortlich sein. Erst wenn die Verpflegung für alle, insgesamt über 60 Personen auf die Schneevespas verladen ist und der Transport aufs Weidli beginnt, kann er aufatmen. Die grosse Einkaufsliste ist bereits gemacht - Weihnachten können kommen. Währenddessen besorgen die Kinder noch Geschenkpapier, Geschenkschnüre und leere Cartons. Alles muss seinen Platz haben, schlussendlich dort oben im Weidli.

Brüttisellen, 19.12.10 mk (mk) Ganz klar, das Stimmungsbarometer steigt - langsam aber sicher gilt es ernst. Alfred hatte den Plan im Gang bereits auf ein A3 Blatt zusammengefasst um die letzten Tage gut im Griff zu halten. Es gab an vieles zu denken und besonders musste man daran denken - nichts zu vergessen. Bis am 23. Dezember musste alles im Weidli oben sein, nachher gab es keine Möglichkeit mehr noch viel nachzuschieben. So nebenbei, waren ja auch noch persönliche Geschenke für die Liebsten zu besorgen. Die Wetteraussichten für das Wochenende waren gut - es war nocheinmal Schnee angesagt und dann das Schönste aber kalte Wetter für Weihnachten vom Wetterdienst voraussgesagt.

Zur allgemeinen Überraschung kam Doratella schon am Morgen in aler Frühe - um mitzuhelfen. Der allgemeine Tenor war natürlich, dass für solche wie Doratella der Tag erst gegen Mittag beginnen würde. Doch pflichtbewusst wie sie sich gab, arbeitete sie mit voller Überzeugung am Projekt mit. Auch hatten heute ihren Messerscharfen Fingernägel ganz normalen Nägelchen Platz gemacht. Statt Giftgrün - schwaches Feldgrün und statt 10cm Absätzen flache Boots. Man erkannte sie fast nicht. Die blonden langen Haare zusammengebunden und hochgesteckt legte sie sich voll ins Zeug.

Doratella freute sich nämlich mächtig, wie sie sagte. "Jetzt können wir bald ganz alleine dort oben eine ganze Woche die Vorbereitungen treffen. Ich muss dann noch mein Kostüm anprobieren, für den 24, wenn ich durch den Wald schwebe. Schwebe? Was soll jetzt dass schon wieder heissen, dachte Bill für sich - was geht hier eigentlich vor? Doch ausser einem charmanten Lächeln, war im Gesicht von Doratella nichts auszumachen. Er fuhr nur kurz zusammen als er sie so zu sich sagen hörte, "der grosse Zauberer wird Augen machen" - die Augen blitzen bei Doratella kurz auf, aber auch wirklich nur kurz - Bill war dieser Blick aber nicht entgangen. Es war spannend - unheimlich? Ein bisschen vielleicht, aber seit Doratella hier war, schien ganz einfach alles zu glitzern und er meinte sogar zu sehen, dass Blessli enen komplett andern Blick hatte - verzaubert?
Diese gemeinsame Vorbereitungswoche, oben im Weidli würde es schon an den Tag bringen. Ja, gewiss! Nicht mehr hinschauen Bill, nicht mehr...Doch als er nach einer Weile seiner Gegenüber kurz in die Augen schaue, sah er ein Blitzen in den himmelblauen, grau-grünen Augen und er meinte ein spöttisches - na - bin ich jetzt eine Fee oder eine Hexe ablesen zu können. Es war aber viel Arbeit da und so stürzte er sich da rein.

Prokurist Schifferli an der Limmat

Herr Schifferli war inzwischen damit beschäftigt, mit Carunternehmer Ruedisühli den grossen Car auf Hochglanz zu bringen. Auch musste der Anhänger noch geputzt werden, der für das Gepäck der Reisenden seinen Platz hatte. Der sonst mit weissen Ärmeln und Krawatte tätige Schifferli war in seinem Element. Er schrubbte und fegte am Car herum und sorgte zuletzt im Car mit dem Staubsauger für absolute Sauberkeit. Als würde er Jahraus-Jahrein nichts anderes machen krampfte er drei Stunden mit Ruedishühli zusammen um den Grad der Sauberkeit des tiefgelben Riesenen auf HÖchststand zu bringen.

Bill, Sophie und Heidi entwickelten in der Zwischenzeit die letzten Details des Abendprogramms. Der Ablauf musste schon stimmen, den es wäre eine grosse Blamage, wenn sie nun aufeinmal mitten im Wald stehen- und ein gewaltiges Dubawuhu herrschen würde. Auch würden sie noch heute nochmals eine Musikprobe abhalten.

Blessli lag in dieser hektischen Zeit auf den Füssen von Doratella, die keinen Meter ohne das liebe Hundchen machen konnte. Blessli klebte förmlich an ihr. Tietze Tatze lag wie eine Schlange zusammengerollt auf dem Ofenbänkchen. Trotz Hektik blie es cool im Team. Jeder wusste, um ihn allein kommt es an, dass es zusammen dann stimmen würde. Der Anhänger an der Pfistergasse füllte sich allmählich mit Lebensmitteln und Geschenken, dass Vater schon meinte, er müsse über die Festtage Tag und Nacht hinauf und hinuter fahren mit seiner Schneevespa, denn schliesslich musste das ganze Zeugs vom Parkplatz noch bis ins Weidli hinauf transportiert werden. Markus schielte ab und zu so von unten hinauf, weil er meinte dass sie es nicht merkte auf Doratella. War sie jetzt eine Fee oder war sie gar eine Hexe? Beim Gedanken daran wurde er vom kalten Schauer gepackt und er zuckte wie vom Blitz getroffen zusammen als eine liebe Stimme in ganz zufällig fragte; Markus, gehts dir gut? Welches Schicksaalhafte, hatte diese Gestalt in das Haus der Schmuckerlis getrieben. Markus sinnte nach allen Möglichkeiten und konnte es nicht verkneifen nochmals hinzugucken - genau dort hin, wo ihm zwei blitzende wunderschöne Augen begegneten. Er wurde rot bis zu den Zehen. Nein, sie musste eine Fee sein - das Christkindli in Person, ja - so musste es sein.

Und wie beim Krimi, stieg die Spannung von Stunde zu Stunde. Es war nicht mehr weit bis zum Tag X. Der Countdown lief und bald würden sie unter erschwerten Umständen die letzten Vorbereitungen hoch oben im Weidli treffen.

Lesen Sie Morgen: Weidli wir kommen!

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