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13. Dezember 2010, 17:28
Es ist zum heulen!
Christian Heule gewinnt das letzte Radquer von Wetzikon
Heute wurde das letzte Radquer von Wetzikon zu Grabe getragen. Gemunkelt hatte man es schon im Vorfeld - Tatsache scheint es nun geworden zu sein. Das gesamte OK des Radquers Wetzikon ist nach nur drei Austragungen zurückgetreten. Nach einer 79-Jährigen Tradition will man die Veranstaltung nicht mehr weiterführen. Man spricht zwar noch von zwei Möglichkeiten - erstens, mit einer Wiederaufnahme nach zwei Jahren oder im Tausch mit einem Strassenrennen oder einem Mountainbike. 79 Jahre Tradition und internationales Ansehen, werden einfach so weggespült, nach dem Motto, läuft es mal nicht rund - dann kommt es auf den Hund!
Wetzikon, 12.12.10 mk/ak (mk) Die Spitzenfahrer haben ihre Gage schon längst halbiert, die Veranstalter wollen aber möglichst hohen Profit aus dem Quersonntag schlagen. Wenn das Quer noch vor 20 Jahren 40 Tausend Zuschauer nach Wetzikon lockte, waren es heute noch 500 zahlende Zuschauer. Die Schuld und die Misere will keiner tragen, verdient haben aber alle, der Verband und die Vereine, jahrelang Hunderttausende von Franken. Investiert wurde vor allem in den grossen Verband und die eigenen Clubs, Nachwuchs und der Fortbestand der Radquerbewegung wurde völlig ausser acht gelassen oder falsch angepackt. Den schon in jungen Jahren, fahren die Schweizer der internationalen Konkurrenz meistens hinterher.
Geblieben ist nach all den fetten Jahren ein trauriger Scherbenhaufen. Es ist tatsächlich zum heulen, wenn man nicht mal mehr die weltbesten Schweizer Mountainbikefaher motivieren kann, an einem Radquer zu starten. Da ist wahrlich etwas ganz grosses schiefgelaufen. Die Kommunikation zwischen Ist und Soll stimm schon seit vielen Jahren nicht mehr - das wahre Resultat sah man heute. Unaufhörlich geht der Radquersport in der Schweiz dem Ende entgegen. Aus einer fröhlichen grossartigen Bewegung ist ein Trauerzug geworden Zu lange wurde auf den Lorbeeren ausgeruht, zu lange profitiert und garniert. Die Leidtragenden sind im wahrsten Sinne der Worte - die Fahrer. Sie haben auch heute die Menschen am Streckenrand begeistert. Wir hätten das Wie und die Sportler dazu, was wir nicht haben sind Funktionäre mit Weitsicht und vor allem Einsicht.
Das Rennen - Schweizermeister Flückiger als Animator
Der diesjährige Schweizermeister Lukas Flückiger aus Leimiswil Be, tat heute alles, um zu gewinnen. Seine Rasante Fahrt vom Start weg zwang die erst sieben Mann starke Spitzengruppe bald zur Entscheidung, wo nur noch der Italiener Fontana, Crhistian Heule und er selbst übrig blieben. Seinen Effort in der ersten Rennhälfte, musste der Berner dann allerdings in der entscheidenden Schlussphase bitter bezahlen. Denn Angriffen von Fontana und Heule war er auf der letzten Runde nicht mehr gewachsen. Dennoch muss seine Leistung als hoch eingestuft werden, haben doch beide vor ihm klassierten, dieses Jahr international schon grosse Stricke zerissen.
Ein nicht ganz zufriedener Heule
Christian Heule haderte am Schluss mit den Offiziellen der Verbandskommission. Dreimal haben ihn in entscheidenden Attacken, überrundete Fahrer behindert und so seine Chancen zerstört. Nach Reglement, muss ein Überrundeter aus dem Rennen genommen werden. Die Frage stellt sich nun, haben die Rennkommissäre geschlafen oder die genannten Fahrer nicht reagiert. "Der Sieg freut mich schon" meinte Heule, doch ganz glücklich bin ich trotzdem nicht. Sollte nämlich dies heute wirklich das letzte Radquer von Wetzikon gewesen sein, so ist das eine mehr als traurige Geschichte. Ein so grosser Veloclub, mit einer so langen Tradition und dann ein solcher Abgang. Wir Fahren kommen den Veranstaltern nämlich schon lange entgegen. Es ist ja schliesslich unser Beruf, der Radquersport. Um so schmerzlicher ist es für uns Federn (Geld) zu lassen um dem Veranstalter in der heute so schwierigen Lage zu helfen, wir machen das aber gerne und aus vollem Herzen. Da tut es umso mehr weh, wenn man sieht und hört, dass ein Veranstalter nach dutzenden von Fetten Jahren mit hohen Gewinnen, einfach nach zwei Veranstaltungen die nicht so laufen wie sie sollten - die Segel streicht."
und Heule weiter:
"Ich sehe auch nicht ein, was für komische Ansichten bw. die IG Radquer hat. Wir Spitzenfahrer werden da nämlich überhaupt nicht beachtet. Wir hätten viel mehr gute Fahrer. Wo bleiben aber seit Jahren auf einmal unsere besten MTB Fahrer? Vogel, Schurter, Näf? Früher war die Quersaison für sie eine Top Vorbereitung für die MTB Saison. Mit den momentanen Verhältnissen (Startgeld etc.) wollen diese Stars aber ebensowenig zu tun haben wie andere Spitzenathleten. Da sind aber mit der IG Radquer auch einige Veranstalter mitschuldig. Hier verdienen wir schliesslich unser Geld und der Veranstalter wenn er es richtig anstellt, seines.
Ein resignierter Heule?
Man merkt es dem Weltklassefahrer Heule an, dass ihm der Gang zum Schweizer Radquerfriedhof schwerfällt. Es ist nicht nur seine berufliche Zukunft und seine Existenz im Radquersport gefährdet, es ist der gesamte Radquersport in der Schweiz gefährdet. Ganz einfach, weil einfach zugesehen wird, wie diese Sportart langsam aber sicher Richtung Abgrund gedrängt wird - und dies mit oder ohne Heule, und dass ist es, was den mehrfachen Schweizermeister, Weltcuprennensieger und international angesehensten Schweizer nach den ehemaligen internationalen Aushängeschildern Zweifel, Frischknecht, Gretener etc. - beschäftigt. Er hat längst gesehen, es ist ein aussichtloser Weg. Herzensblut wie zu Zeiten des siebenfachen Weltmeisters Albert Zweifel gibt es unter den Veranstaltern längst nicht mehr. Wir wollen Kohle! - heisst das Motto. Komisch nur, dass dieser Zweifel einst ausge-rechnet vom Oberländer Veloclub aus Wetzikon kam.
Resigniert hat Christian Heule keineswegs, kampfesstark und mit blitzenden Augen macht er es klar, "Mir bleibt so nichts anderes übrig, als im Ausland zu starten." Und so geht ein noch kräftiger Betonpfeiler dem Schweizer Radquersport auch noch flöten. Einen Vorteil hat es, die Radquers können in Zukunft auch unter der Woche als Clubeigene Disziplin ausgetragen werden, denn ohne die Stars interessiert sich nämlich bald schon keiner mehr für dieses Sparte. Und vielleicht ist es ja das, wo die Verantwortlichen und die Veranstalter wollen, Hauptsache sie bestimmen zum gewinnen.
Resultate
Elite/Profi
1. Christian Heule Chapion System-LBS VC Gippingen
2. Marco Fontana Italien Cannondale Vactory Racing
3. Lukas Flückiger Trek World Racing Schweiz
4. Marcel Wildhaber Scott Swisspower MTB Racing
5. Pirmin Lang Team Delta
6. Elia Silvestri Italien
Elite Frauen
1. Hanka Kupfernagel Racing Stevens Team Deutschland
2. Helen Wyman Grossbritanien
3. Sabine Spitz Central Pro Team Deutschland
4. Elisabeth Brandan
5. Lise Müller
6. Katrin Leumann
Kat. Junioren B - Amateure
1. Lars Forster
2. Dario Stäuble
3. Fabian Lienhard
4. Andri Frischknecht
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Er is der Star, der noch Schweizer Radquerszene. Christian Heule aus Tuggen. Gewinner des letzten Wetzikoner Radquers.

Schweizermeister Lukas Flückiger.

Weltmeisterin Hanka Kupfernagel - Elitesiegerin Frauen.

Lars Forster. Sieger Junioren B - Amateure.

Andri Frischknecht 4.




Überall magere Zuschauerkulisse.
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