Samstag, 26. Mai 2012, 18:22:46 Uhr

06. Dezember 2010, 11:39

Bis tief in die Nacht

Mutter Susanne hatte eine ganz wunderbares Nachtessen auf den Tisch gezaubert. Rinaldo Katzenberger schnupperte mit der Nase wie sein Sämi. Mmmmmmmmmmmmmh, schmeckt dass gut. Ein feiner Rindsbraten, Kartoffelpüree, Bohnen und ein herzlicher Blumenkohlgrattin. Welch Festessen. Überhaupt, der als bekannt böse geltende Katzenberger war sehr lieb wenn auch wenig gesprächichig. Doch Susanne schien es nocht nicht aufgegeben zu haben und verwickelte ihn nach und nach in ein Gespräch.

Brüttisellen, 6.12.10 Red. (mk) Ich heisse Susanne- sie streckt Katzenberger die Hand und der nimmt sie und drückt sie wie ein Schraubstock zusammen. Soso....Mehr war nicht zu hören. Wie heissen Sie? Katzenberger. Ich meine wie heissen Sie zum Vornamen wenn ich fragen darf? ....ist das Essen fein..äh Rinaldo. Freut mich Rinaldo. Soso. Gespräcig war er tatsächlich nicht. Rinaldo, hat dir Alfred schon erzählt von Weihnachten? - Vom Essen? - Nein, von unserer Feier? - Nein. Weisst du, wir feiern mit vielen armen Menschen hier oben Weihnachten und möchten ihnen drei unbeschwerte bieten. Dazu ist aber einiges an Arbeit nötig. - Soso. Katzenberger schaufelte und schaufelte das Essen rein. Jetzt brauchen wir noch einen Fachmann, der im Wald eine schöne Stelle findet und ein Lagerfeuer vorbereitet, dazu vielleicht ein paar Sitzgelegenheiten zimmert und den Platz ein bisschen zurecht macht. Ja, und mit den Kindern zusammen den Weihnachtsbaum schmückt. - Soso. Wäre das was für Dich? - Kann schon sein.

Alfred, der vorher schnell in der Vorratskammer war, kam mit einer Flasche Schnaps wieder herein. Soso, sagte er, jetzt trinken wir noch einen richtigen "Kaffi Schnapps!" Ohhhhhhhhhh! Darauf schien Katzenberger schneller zu reagieren. Soso, Rinaldo - jetzt möchte ich Dir einmal das ganze erklären. Weisst du, fing Alferd an - während die ganze Runde gespannt auf die Zwei blickte - wir, d.h. meine Familie sind genauso arme Kirchenmäuse wie du. Nur hatten wir das Glück, dass uns ein reicher Onkel beerbte. Soso....Katzenberger nahm das Schnappsglas und schwups...kippte er den Inhalt runter.... - Willst du noch einen? - Katzenberger sagte nichts, hielt aber das Glas hin... Mit diesem Erbe ist aber auch einiges Verbunden - Onkel Alfred kennst du ja sicher vom sehen, dass war der, der immer gut gekleidet hier oben seine Freizeit verbracchte. Immer mit Schlips, selbst beim Wandern. Aha, der mit Schnapps zahlte, wenn er bei mir einen Kräutertopf kaufte. Sooooosoooo..... Ja genau der. Und so haben wir dieses Jahr die Idee gehabt..-die Kinder ruft Bill - ja, die Kinder habe die Idee gehabt, arme Menschen, die in den Slums der Stadt wohnen, für drei Tage hier auf die Alp einzuladen. Gibt aber viel Arbeit.

Katzenberger wurde gesprächig. - Willst du noch einen? - Im nu streckte er seine Hand mit dem Glas aus und Vater Alfred füllte es bis zuoberst an den Rand. Also begann Katzenberger aufeinmal zu reden, meine Tochter ist ja auch schon eine Sonderbare, wenn sie in ihren Kniehohen Stiefeln mit Bleistiftabsätzen mich besuchen kommt, wenn sie dann noch den engen roten Pulli trägt und eine Dächlikappe aufhatt, die Fingernägel so lang wie die Nägel mit denen ich Bretter zusammennagle, knallgrün gestrichen und Hosen, die wahrscheinlich einmal angegossen worden sind hats mich aus meinen 10-Jährigen Stiefel gehauen. Was ich aber bei Euch Schmuckerlis höre, ist das ja noch viel verrückter. Ich bin dabei. Juhuuuuuuuuu! Alle klatschten und schrien und freuten sich. Der Mann für alle Fälle war gefunden. Rinaldo...schon war die Hand mit dem Glas bei Alfred und der schenkte nochmals kräftig ein. Rinaldo Katzenberger ergriff nun das Wort!

Ich könnte ja nach der getaner Vorarbeit noch den Weihnachtsmann spielen und he, he...meine Tochter, ich muss sie aber anrufen spielt vielleicht das Christkind. Muss aber alles noch überlegen und Rinaldo Katzenberger streckte die Hand mit dem Glas Richtung Alfred......Der Tag hatte einen aussergewöhnlichen Ausklang gefunden. Menschen hatten sich für das gleiche Interesse gefunden. Sophie, die bis anhin still dasass rief aufeinmal laut: Und ich spiele zusammen mit Bill und Heidi das Weihnachtskonzert...und ich rief Markus mache die Krippe. Sosoooo, da wird ja hier oben in drei Wochen was los sein......

So, jetzt muss ich gehen. Du kannst auch hier schlafen. Nein, ich muss meinen Büsi und den Viechern schauen. Hier oben haben sie ja im Winter nicht viel draussen zu fressen, ausser es wird wieder eine grüne Zeit. Sie können aber im Stall hingehen wo sie wollen und der Stall ist auch ein Wetterstall mit viel Luft.

Kaum war Katzenberger draussen, da knallte es auch schon fürchterlich. Nichts schlimmes, rief Katzenberger - mein Vespahexe hat micht nur begrüsst. So knatterte er mit lautemm Getöse Richtung Heimetli und zum Wald. Eine halbe Stunde lang hörte man Genknatter und es knallte immer wieder und plötzlich war es still. - Jetzt ist er entweder auf die Fresse gefallen, oder er ist Zuhause. - Rief Markus aus dem Zimmer....So, Markus das sagt man nicht. Soso - kam es zurück.

Jedenfalls sah man kurze Zeit später drüben auf der anderen Seite des Tobels Licht angehen. Er ist Zuhause. Und so ging ein schöner, wahnsinnig interessanter und glücklicher Abend zu Ende. Bald schon schliefen alle, tief und fest. Nur einer viel ein bisschen aus dem Rahmen, Bauer Moser. Blessli blinzelte ab und zu unter dem Tisch hervor und streckte sich wieder genüsslich. Er hatte einen neuen Freund mit Sämi gefunden.

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