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Weihnachtsmärkte

Wir sind Süden - Reisemagazin

Reisemagazin

snowboard international

04. Dezember 2010, 09:27

Siebentausend Franken und Geschenkgutscheine

Gegen Sechs waren bald alle zu Hause, nur Sophie fehlte noch, sie war beim Kalvierunterricht. Das Nachtessen der Familie Schmuckerli kam immer gemeinsam um viertel vor Sieben auf den Tisch. Im grossen Gang hing auch der Tischplan, wo jeder lesen konnte, wann und wo er anzupacken hatte. Bill war kein begeisterter Tischer - "Markus, willst Du Dir etwas verdienen?" Nein danke, kam es aus der Ecke, wo Markus einen Trickfilm im Fernsehen schaute. "Habe erst gestern geholfen - habe ganz einfach keine Lust." - Bill murmelte etwas und trug dann die Teller und die Bestecke in das Esszimmer, legte die schönen Servietten auf und ging so seiner "Lieblingsbeschäftigung" nach. Er drudelte so vor sich hin und hörte Vater plötzlich jubilieren. Juhu, Juhu, der Stiftungsrat ist in corpore einverstanden! - Eben hat mir Herr Fischbacher telefoniert, es klappt. Papa rief Markus wo liegt incorpore? D.h. doch gemeinsam oder zusammen - Markus, willst Du uns hochnehmen? Die Stimmung hatte schon vor dem Essen ihren Höhenpunkt. Wo ist Sophie? In diesem Moment kam die hübsche blonde Sophie zur Türe herein und fragte, was ist los, warum sucht ihr mich??? Der, der, der....alle riefen durcheinander, der Stiftungsrat hat zugesagt. Cooooooooooooooool!! rief Sophie. Ich hab auch eine Idee wie wir das Ganze angehen sollten, meinte sie. Wir fahren........

Brüttisellen, 4.12.10 mk (mk) Wir fahren morgen Samstag alle hinauf ins Zürcher Oberland und schauen uns das alles mal an, zeichnen Pläne, schauen wo wir ein Lagerfeuer machen können, einen Baum beschmücken können und vor allem, wir bringen dem Bauer Moser einen Kuchen mit Mama! - und eine Flasche Wein! rief Alfred. Moser hat nämlich noch zwei Schneevespas und die brauchen wir bestimmt an Weihnachten. Z U T I S C H !! hörte man Mutter Susanne rufen. W i r k o m m e n !!

Schon lange war die Unterhaltung beim Nachtessen so locker und schön. Jeder erzählte nun von seinen Ideen und wie er sie am liebsten umsetzen würde. Eines müssen wir aber schon im Auge behalten, sagte Vater Alfred - heute besonders herausgeputzt, er wollte ja beim Prokuristen in der Bank Eindruck machen. Über seinen braunen Haaren hatte er ein Chäppi à la Francaise auf, schickes weisse Hemd blaue Hosen und sauper geputzte Schuhe, jedenfalls am Morgen. Im Moment beschäftigte sich Blessli mit Ihnen. Blessli! Was machst du? Schnurstraks brachte Blessli den Schuh zum Tisch. Alle lachten. Heidi meinte: "Wir können ja Morgen schauen, ob wir im Stall, ich meine im Nebenhaus vielleicht noch mehr Leute reinbringen. Decken hats ja genug, Kissen- und Bettanzüge auch. Wir können ja Morgen bereits Getränkeharrassen mitnehmen, dann ist schon was oben, Moser fährt bestimmt rauf, wir laden ihn zum Znacht ein." Gute Idee, sagt Alfred. Heidi meint weiter, wir können dann alles auf Hochglanz putzen, damit unsere Gäste es drei Tage wirklich schön haben. Der Kartoffelstock den Mutter kochte war wieder ein Traum, Voressen gabs dazu - geradezu himmlisch. Bohnen und frisches Brot und zum Dessert einen Kuchen. Sophie stand auf, klopfte mit dem Löffel ans Glas und sagte: Mutter, wir möchten Dir wieder einmal danken, für das wunderbare Essen, dass Du immer für uns kochst. Es ist ganz wundervoll. Alle klatschten in die Hände und Blesslie bellte freudig, weniger wegen dem Lob, sondern wegen den Saucenbeinen, die noch im Topf lagen.

Früh am Samstagmorgen machte sich Familie Schmuckerli auf den Weg. Das ganze Auto vollgebackt. Der geräumige grosse Offroader fuhr gemächlich Richtung Zürcher Oberland. Als sie den Stadtrand erreichten und auf die Forchautobahn einbogen sahen sie die Schönheit dieser Landschaft, die ihre Stadt umgab. Schneebedeckt waren die Hügel, Kinder rutschten mit Schlitten, auf dem Hosenboden oder mit Skiern die kleinen Anhöhen hinab. Weit unten sah man den Greifensee, der ruhig und mayestätisch eingebettet in der Landschaft lag. Schon bald fuhren sie durch Hinwil und bald schon waren sie nach einer guten halben Stunde Fahrzeit in Wald angelangt. Steil gings nun bergauf nach Gibswil und bis Eingangs Fischental im Tösstal. Nun scharf nach rechts und fünf Kilometer durch einsame Gegend auf 1000m/ü.M zum letzten Haus - dem grossen Bauernhaus des Mosers.

Hier bei Bauer Moser hatten sie im Winter das Auto eingestellt. Von da mussten sie dann die Schneevespa nehmen. Zu diesem Zweck gab es zwei Schneeanhänger, wo man Gepäck und Leute verstauen konnte. Blessli zog es meistens vor voraus oder hinten nachzurennen. Für ihn ein wunderbares Spiel.

Bauer Moser erwartete sie schon. "Gruezi mitenand! Ha ja am Telefon ghört, isch e ganz tolli Gschicht..... Därf i au mitmache? Im Winter hani j nüd e soviel ztue...." - Klar Herr Moser riefen die Kinder alle zusammen. "Alos dänn los, packen wir um und dann rauf ins Glück!" - Moser war begeistert.

Die Fahrt hinauf auf das 1122 Höhenmeter gelegene Heimetli war jedesmal atemberaubend. Gleich nach Mosers Haus gings durch den tiefen finsteren Wald und nach zehn Minuten kam man an eine Lichtung wo im Sommer immer die jungen Pferdchen die Moser hütete weiden. Nach einer scharfen Linkskurve kam die letzte Steigung und die Schneevespas surrten durch den recht tiefen Schnee hier oben. Von weitem sah man das Heimetli und das angrenzende Scheunengebäude, das umgebaut worden war. Schaut! Der Katzenberger ist auch zu Hause! Das war ein etwas seltsamer Bergbauer, der mit niemandem Sprach, viele Katzen hatte und man sagte ihm nach er sei so etwas wie ein Zauberer oder ähnliches. Kräutermannli hörte man auch noch. Jedenfalls war sein kleines Anwesen in Betrieb, aus dem Kamin kam Rauch. Papa! rief Sophie. Wollen wir den Zauberer Katzenberger auch fragen? Wenn ihr genug Mut habt könnt ihr es ja, glaube aber kaum dass er ein Wort über die Lippen bringt und Euch gleich wieder wegscheucht. Brrrrrrrrrrr.... ich würde nicht, man weiss ja nie. Meinst Du? ...munkelte der kleine Markus und schüttelte sich gleich. Unheimlich der Katzenberger. Ach was, rief Heidi, wir gehen heute Nachmittag mal rüber. Kaum gesagt, kam von drüben ein Knall. "Siehts Du er zaubert, rief Markus!" Blödsinn, sagte Bauer Moser - seine Schneehexe hat Fehlzündungen.

Angekommen! Mit lautem geknatter fahren die zwei Schneevespas mit ihren Anhängern und der Familie im Heimetli ein. Blessli wartete bereits, er hatte die Abkürzung genommen. Vater kramte den Schlüssel hervor und Mutter machte sich sofort auf um zu kochen. Wollen wir mal die Heizung anstellen, sagte Moser, der das Haus verwaltete wenn niemand da war. Herrlich war es hier oben, ganz einfach wunderschön. Der Blick führte einem über Tösstal bis hin zum Schnebelhorn, man sah ins Toggenburg und die Alpen und weit unten sah man den Zürichsee. Hier lässt sich leben! Das werden wunderbare und aussergewöhnlich Weihnachten.

Morgen lesen Sie: En tolle Samstig abig und der Besuch bei Zauberer Katzenberger......

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