Samstag, 26. Mai 2012, 18:21:10 Uhr

01. Dezember 2010, 00:22

Juhu! - Es wird bald Weihnachten

Es war bereits Dunkel als Vater von seiner Arbeit bei der Kürzelbank nach Hause kam. Alfred, arbeitete schwer als Angestellter im Hausdienst dieser Bank - keine fünf Minuten vom Haus der Schmuckerlis entfernt. Eigentlich konnte er sich diese Wohnlage inmitten der grossen City von Zürich überhaupt nicht leisten. Der reiche früh verstorbene Onkel Alfred hinterliess der Familie ein unglaublich grosses Vermögen mit der Bedingung - ins Haus oberhalb der Bahnhofstrasse einzuziehen. Für Blessli den Hund nicht unbedingt die Ideallösung, doch wenigstens war rund ums Haus genügend Platz um am Zaun entlang zu rennen. Trotzdem....

Brüttisellen, 1.12.10 (mk) Trotzdem liebte die Familie das grosse Glück, dass sie als Erben des reichen Onkels erleben durften. Sie pflegten und hegten das Haus, sorgten dafür, dass es immer hübsch aussah. Sie wurden auch von vielen beneidet, doch zur Eifersucht gab es keinen Anlass. Vater Alfred ging nachwievor seiner Arbeit bei Kürzel nach, die Mutter sorgt für Ordnung im Haus und die Kinder gingen in eine ganz normale Staatsschule mit allem Positivem und Negativen, dass es dort so zu erleben gab.

Die Schmuckerlis waren früher eine glückliche, frohe und lustige Famile und dies sollte auch so bleiben. Für das Haus war über Generationen hinaus gesorgt und auch das hübsche Ferienhaus im Zürcher Oberland, belastete die Familie in keiner Weise. So schön konnte nur ein Märchen sein - und für die Schmuckerlis ist dieses Märchen ganz einfach wahr geworden. Geld konnte die Familie auch früher nie zum Fenster raus werfen und bei dem ist es auch geblieben. Sie traten aber dennoch ein verantwortungsvolles Erbe an. Onkel Alfred unterstützte die Armen und Randständigen. Diese Tradition mussten auch sie weiterführen - so wollte es das Testament. Für Susanne und Alfred Schmuckerli war dies jedoch kein Problem. Ihr Herz schlug schon immer für die, die von der Gesellschaft ausgeschlossen wurden. Und so verbrachten sie in der Freizeit viele Stunden mit dieser wunderbaren Aufgabe. Auch luden sie immer wieder arme Menschen in die Ferien ins Zürcher Oberland ein. Onkel Alfreds Wunderhäuschen, dass weit abgeschieden in den Voralpen lag, hatte nämlich auch einen ausgebauten Stall mit vielen Betten, einer Küche und einem heimeligen Aufenthaltsraum. Alles gleich neben dem Ferienhaus.

Die Kinder der Schmuckerlis wussten schon, dass sich einiges seit zwei Jahren in ihrem Haus geändert hat, doch desswegen verzichteten sie nicht, mit nicht so betuchten Kindern zu spielen oder sie nach Hause einzuladen.

Überhaupt die älteste der Kinderschaar, Heidi, hatte da ein ganz besonderes Freundesnetz aufgebaut. Ihre Freunde kamen von überall und aus jedem Stadtkreis. Sie machte noch beim Leichtathletikclub mit, sie rannte bekanntlich wie ein Engel - so sagen es jedenfalls ihre Betreuer. So lernte sie viele, viele Gleichgesinnte und liebe Freunde und Freundinnen kennen.

Aber auch Bill, der zweitälteste der Kinder gerade 14 geworden, machte seine Sache sehr gut. Er war nicht gerade der beste Schüler in Noten, doch sozial eine geborene Kanone. Bill kannte keine Feinde - Bill kannte nur Freunde. Sein halblangen braunen Haare wehten immer im Wind, er trug sie offen und sah dabei wie ein wilder Lümmel aus. Bill engagierte sich in der Kirchgemeinde in der Jugendgruppe. So war er auch nicht immer im Güllenberg im Zürcher Oberland an den Wochenenden anzutreffen. Er zeichnete fürs Leben gern und hatte es in dieser Sache schon weit gebracht. Aber auch am Computer hatte er bereits einiges drauf. Bill entwickelte selber gebastelte Computerspiele und verfasste wunderbare Geschichten dazu. Als grosser schlanker und hübscher Junge hat er natürlich viele Verehrerinnen.

Da wäre noch Sophie, die begnadete Klavierspielerin. Täglich sitzt sie vor dem Klavier und übt. Sie geht auch regelmässig zu Herr Messmer in den Unterricht. Doch auch in der Schule ist Sophie ein Genie. Sie geht ins Langzeitgymnasium in der Enge und bringt nur gute Noten mit nach Hause.

Markus ist neun Jahre alt und damit der Jüngste in der Familie. Markus spielt leidenschaftlich gern mit der elektrischen Eisenbahn. Markus ist überhaupt nicht der Typ vom Computer und vom Gamen. Er ist halt auch das Nesthäschen und geniesst viele Vorteile in der Familie.

Fast hätten wirs vergessen. Wer schwänzelt denn da - wer bettelt den da und wer gibt schön Pfötchen? Natürlich Blesli. Der herzige Berner Sennenhundemischling ist drei Jahre alt und ein richtiger Lausebub. Überall beliebt, überall gern gesehen und wenn man ihn zum Pöstelen mitnimmt, begrüssen ihn immer alle Leute. Und gleich tönt es aus dem Eckchen vom schönen Kissen her:" Miauuuuuuuuuuu... Ja klar, Mietze Tatze lässt grüssen. Das süsse grau-schwarz Kätzchen, dass so herrlich schnurrt.

So hat Mutter Susanne die ganze Woche über viel zu tun. Kochen, putzen, Kleider in Ordnung bringen und....natürlich muss sie die Weihnachten koordinieren. Dafür gibt es in der Familie einen echten Weihnachtsrat und immer nach dem ersten Advent, wird der abgehalten. Da wird besprochen wie Weihnachten gefeiert werden, wen man einlädt und was man kocht, welche Geschenke man für wen anfertigt. Bei Schmuckerlis werdn ausdrücklich alle Geschenke die sie für Ihre Lieben mach im Hause selbst gemacht. Natürlich bekommen die Kinder etwas vom Wunschzettel, den sie mit schönen Zeichnungen versehen am Abend noch vor den Kamin legen. Traditionen sind im Hause Schmuckerli gross geschrieben. Der Dezember ist so eine richtige Bastelzeit. Hier sitzen alle zusammen und basteln etwas.

"Habt ihr alle eigentlich eure Vorbereitungen für den morgigen Familienrat schon gemacht?" fragt Vater Alfred Schmuckerli.

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