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06. September 2010, 21:35

Eidgenössisches Frauen Schwingfest 2010 Lacher Festsiegerin - Kunz Schwingerkönigin

Im falschen Film oder versteckte Kamera?

Was mich zuerst und noch viele andere sternhässig machte, entpuppte sich zum Schluss als "versteckte Kamera" im falschen Film. Auf der zweistündigen Heimreise konnte ich mich und meine Partnerin vor lachen kaum mehr erholen. Die wohl lustigste Geschichte der letzten Monate aber im zweiten Teil - den zum anderen wusssten die allermeisten Leute hier oben in den Flumserbergen wie wir nichts, vom schwarzen Humor des Tourismusvereins. - Doch der Frauenschwingsport hat technisch Riesenschritte nach oben gemacht. Man darf ruhig sagen, er ist aus dem Mauerblümchendasein erwacht und auf dem Weg zur aktrativen Sportart, für ein breites Publikum. Die Frauen haben heute überzeugt und zeigten Schwingsport vom Feinsten. Weniger überzeugt hat allerdings, das ganze Drumherum, an diesem aber die Schwingerinnen keine Schuld trifft. Die Stimmung war schlecht oder überhaupt nicht da, da konnte der DJ seine Ländler zum hunderstenmal wiederholen - die wirkliche gute Frauenschwingfeststimmung war weit von dem entfernt was man sich vom Frauenschwingen gewohnt ist. Schade!

Flumserberge, 5.9.10 mk (mk) Ein nicht alltägliches Eidgenössisches

In ungewohnter Weise ging das diesjährige Eidgenössische Frauenschwingfest in den Flumserbergen über die Bühne und endete schlussendlich mit dem Festakt und zweistündiger Verspätung gegen 2000 Uhr am Sonntag Abend in frischer Bergathmosphäre. Das in Regie vom Tourismusverein Flumserberge geführte und lau entflachte Embiente liess sehr zu wünschen übrig und im versunkenen Meer der Reklamenplakate wollte einfach keine Stimmung aufkommen. Dass das Eidgenössische einer inszenierten Tourismus-vermarktung und Filmkulisse herhalten musste, war ausserdem sehr fragwürdig. Geschickt gemacht war es trotzdem nicht und niemand konnte so recht mit all dem inklusive der Prämierung des Alpkäsess etwas anfangen. Ein grosses Fragezeichen steht hinter solchen touristischen Werbekampagnen.


Eine perfekte Inszenierung

Manchmal, ich muss ehrlich sagen glaubte ich mich schon im falschen Film. Angefangen mit der eher frostigen Begrüssung gegen die sonst Herzliche vergangener Jahre durch die Offiziellen, wähnte ich mich des öfteren nicht so sicher, dass wir am richtigen Ort waren. Schon irritiert war ich Eingangs Flumserberge, dass nirgends etwas von einem Schwingfest angeschrieben war. Auch die Leute auf dem bereits überfüllten kleinen Parkplatz wusste niemand bescheid. Die guten Darbietungen auf dem Schwingplatz und die strengen Durchsetzungsrichtlinien der Kampfrichter besänftigten bald wieder mein Gemüt, dass es hier doch mit rechten Dingen zugehen würde.

Sportfernsehen ist auch da

Au lässig! Die Kollegen vom Sportfernsehen sind auch da, meinte Andrea. Schau die schönen rotweissen Tshis die sie wieder haben. Du, die haben heute aber viel Material mitgebracht und es sind eins,zwei,drei,vier,fünf, sechs,sieben ja acht Leute. Toll! Machen eine richtig grosse Geschichte, wahrscheinlich.

Essen bei Mc Donalds

Die schroffe Abweisung zum sonst üblichen Mitagessen machte mich zuerst stinksauer, doch ich dachte mir, du hast ja kein Recht auf einen gratis Lunch. Und schon gar keinen in den Flumserbergen. Im stillen liess ich aber dennoch die vergangenen Eidgenössischen der Frauen Parade passieren, wo Herzlichkeit und Respekt oberstes Gebot hatten. Was solls? Ist eben eine neue Zeit. Sind eben die Flumserberge - Pasta fertig - ich gehe zu Mc Donalds!

Ein Dubawubu und endlose Warteschleifen

Wieso eine solch komplizierte Organisation, wieso ein solches Durcheinander? Alles ist so kompliziert, so langsam. Irgendwie kam mir dass auch so spanisch vor, wie die Stimme von Monika Kälin aus dem Lautsprecher, die mich dauernd
aufmunterte mit ihrem einstigen Hitparaden-Song. Endgültig kapitulierte ich, als der DJ den Muntermacher "Es hät doch nüt, du wotsch doch nüt" laufen liess, den Song den ich sofort auf mich bezog und gebückt zu Mc Donalds abzog.

Das Aha-Erlebnis

Irgendwann am Nachmittag fragte mich ein Kameramann, ob er nicht jemand anderen an meinen Platz am Sägemehl setzen dürfe und ich einen anderen einnahm. Kurze Zeit später rief Andrea:" Schau, schau der Schlatter läuft herum, du kannst vielleicht mit ihm ein Interview machen." Doch der Beat Schlatter war bereits in einem Haus verschwunden. Er tauchte aber später mit drei Damen wieder auf. Der Reporter neben mir erzählte mir:" Ich wollte Beat Schlatter was fragen, doch die drei Damen haben mich abgewimmelt und immer nur vom Schwingen geredet. Einige Zeit später wurde ich vom schwarzen Humor des Tourismusvereins Flumserberge langsam aufgeklärt. Beat Schlatter interviewte die beiden Siegerinnen. Und das vermeintliche Schweizer Sportfernsehen entpuppte sich als (der Kameramann zog die Jacke aus) als, Hoselupf.ch stand gross drauf - dem neuen Schweizer Schwingerfilm. Mich laust der Affe - sowas nennt man das grosse Aha-Erlebnis, so hat es wenigstens mein früherer Professor an der Marketingschule genannt. Auf gut Schweizerdeutsch - Verarschung! Jetzt war mir auf einmal klar: die Stimmung, die fein säuberlich gestellte Reklame von Rivella und und vom Schützengartenbier - überall die gleichen Schilder aber hoch professionell in bunten Farben - die Tischreihen, nicht wie sonst beim Schwingfest angeordnet, eben genauso wie im Film. Und wieso sollte ausgerechnet das Stadtcasino Baden am Speakerwagen des Frauenschwingens auf den Flumserbergen Reklame für sein Roulette machen? und wieso kam keine echte Stimmung auf? Weil eben der Raymond durch einen professionellen Speaker ersetzt wurde, einem der keine Beziehung zum Schwingen hatte, dafür aber die Volkstümmliche Hitparade in- und auswendig kannte. Und wieso machten keine sonst üblichen einheimischen Sponsoren auf dem Schwingplatz Reklame? Weil sie anstelle von Plakaten nur mündlich erwähnt wurden. (Die Filmrechte verlangen dies)

Ich sass heute im falschen Film und was für einem! Das Grinsen konnte ich mir dennoch nicht verkneifen. Aufs Kreuz gelegt, aufs Kreuz gelegt! Stillschweigend wurden da die Szenen für den neuen Film eingespielt, mit mir und vielen hundert anderen als Statisten. Der Tag war gerettet! Und so schmunzle ich auch über den Spruch bei der Nachfrage der Akkreditierung - Willkommen ist Jeder! - noch lange. Wahrlich - willkommen war Jeder und wie Willkommen! Und bitte liebe Frauen verübelt mir das warten bis zum Einmarsch und zur Siegerehrung nicht. Klar, es waren nur etwas über 90 Minuten Verspätung auf die Marschtabelle, doch für mich war's ein langer Tag. Filmschaffende haben es eben schwer.


Einzigartiger Sport - von einzigartigen Sportlerinnen

Neben all dem schwarzen Humor, gab es auch noch wunderbaren Sport. Die Jugend setzt nach - der Nachwuchs fordert bereits die Älteren! Technisch gesehen hat sich der Frauenschwingsport in den letzten drei, vier Jahren hochgearbeitet. Wo früher mehr Ringen als Schwingen war, werden edle technische Züge gemacht. Die Kampfrichter sind gut ausgebildet und greifen hart durch. Die Frauen betreiben ihren Sport ernsthaft und ergänzen den Schwingkellerbesuch durch Fitnessclub, Waldlauf und allerlei Freizeitsport. Nur so ist das hohe Niveau im heutigen Frauenschwingsport möglich. Wer nicht konditionell Fit ist, hat ganz einfach keine Chance mehr.

Neben den bestandenen Schwingerinnen Brigitte Kunz und Franziska Lacher drängt der ältere Nachwuchs stark nach vorne. Eine davon ist Silvia Deck. Sie zeigt nicht nur die richtige Nase für einen guten Wurf sondern ist auch mental stark eingestellt. Ihre grossartigen Siege am heutigen Tag, und vor allem der Gestellte gegen die neue Schwingerkönigin bezeichnet sie als logische Folgerung. "Ich bin konditionelle stark." sagt sie. Zudem habe ich mir vor jedem Kampf gesagt:" Ich mag mehr als sie, ich bin stärker." Deck schwingt bereits seit Kindesalter, also schon über 7 Jahre. Silvia Deck kommt aus Morschach und schwingt im Schwingclub Goldau.

Bei den Zwerglis gehts schon richtig ran

Die Zwerglis, dass sind die Kleinsten - war der Teufel los. Mit grossem Einsatz und bereits allerlei technischer Rafinesse gings ans Werk. Und manch Einer war bereits auf dem Rücken, bevor er überhaupt zu Schwingen angefangen hat.

Dem unermüdlichem Einsatz der Schwingercrew, zu der neben den Ausbildnern auch Franziska Lacher und Brigitte Kunz mit ihren Nachwuchsschwingern gehören waren die erfreulichen Resultate anzusehen.

Schade, es wurde eine ganz grosse Chance verpasst, dem Publikum die sonst herzliche Stimmung der Frauen-schwingfeste vor der prächtigen Bergkulisse der gegenüberliegenden Churfirsten rüberzubringen. Nicht nur der frische Wind liess einem gegen Abend frösteln, sondern auch die Art wie das heutige Eidgenössische in die Köpfe der Zuschauer gehämmert wurde. Das Eidgenössische musste herhalten um eine gut geplante Werbeaktion des Tourismusvereins ins Set der Filmschaffenden zu bringen.

http://schwiiz.sport-heute.ch//home.php/art/3285/eidgenoessisches_frauen_schwingfest_2010_lacher_festsiegerin_-_kunz_schwingerkoenigin.html?a=40 (Jahresranglisten 2010)

Schlussrangliste Frauen Flumserberg (Pdf, 23 kB)
 

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