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09. Oktober 2008, 14:23
Philipp Stölzl, Regisseur des neuen Schweizerfilms - NORDWAND
Heute feiert der Film Nordwand in den Schweizer Kinos Premiere!
Philipp Stölzl ist einer der ganz grossen Video Clip Regisseure. Mit dem Clip zu Rammsteins 'Du hast' gelang dem gebürtigen 40-Jährigen Münchner der Durchbruch. Neben Video-Clips bewegt sich Stölzl auch nahtlos zwischen Spielfilm, Oper, Musikvideo und Werbefilm. Für Marken wie BMW, Playstation etc. produziert er die teuersten Werbeproduktionen.
Zürich (mk) Der Weg zum Film machte Philipp Stölzl 1997. Nach 'Du hast' folgten zahlreiche Arbeiten für deutsche und internationale Acts wie Marius Müller-Westernhagen, Rosenstolz, Die Ärzte, Die Toten Hosen, Fiath No More, Mick Jagger, Luciano Pavarotti oder Evanescence etc. Seine Videos zu Madonnas 'American Pie' und zum Bond Titelsong von 'The World ist Not Enought' gehören zu den Klassikern des Genres. Seit 2000 ist Stölzl vermehrt auch in der Werbung tätig, drehte unter anderm Spots für BMW, Nokia, Rolex, Sony und New Yorker. 2001 folgte der lang ersehnte Schritt zum Spielfilm. Nach einem Kurzfilm mit dem Titel 'Morituri te Salutant' gab Stölzl sein Kinodebut mit der hochgelobten Tragikomödie BABY, die auf dem Festival in San Sebastian ihre Premiere feierte.
2005 dann erweiterte Stölzl sein Spektrum ein weiteres Mal. Am Meiniger Theater übernahm er Regie und Bühnenbild für Webers 'Freischütz'. Die Inszenierung wurde ein Erfolg und machte Stölzl mit einem Schlag zum gefragten Opernregisseur. Es folgten 'Rubens' für die Ruhrtriennale 2006 und Berlioz 'Benvenuto Cellini' für die Salzburger Festspiele 2007, Gournods 'Faust' für das Theater Basel, Inszenierungen bis ins Jahr 2011 sind bereits in Planung.
Ich traf vergangener Woche Philipp Stölzl in Zürich, mitten in der Arbeit und lernte einen äusserst sympathischen, charmanten und intelligenten Menschen kennen.
Trailer Nordwand
Das Interview
Marcel Krebs
Haben Sie das Projekt Nordwand an die Hand genommen, weil Sie nach diesem vielen Clips und Werbeproduktionen wieder einen Film machen wollten oder war es auch die Geschichte, der Mythos Eigernordwand, der Sie faszinierte?
Philipp Stölzl:
Als man an mich herangetreten ist, mir diese Filmgeschichte präsentierte da war ich total fasziniert und begeistert davon. Ich wollte natürlich nach meinem ersten Film, den ich 2005 gemacht hatte einen zweiten Film machen. Nur hat das lange nicht hingehauen. So machte ich sozusagen einen zweiten Beruf daraus und machte Werbefilme. Ich muss aber ehrlich sagen, ich wollte immer diesen zweiten Film machen. Es musste aber auch einer sein, der ein breites Publikum erfassen kann, der aber auch brisant ist, politische Themen inne hatte, wo ich meine Ideen reinbringen kann. Als ich dann das Drehbuch bekam, war ich dann auch sofort fasziniert, von dieser grausigen Geschichte. Ich mochte eben auf der einen Seite einen solchen Abenteuerfilm, und da die Eigernordwand einen solchen Mythos hatte war es genau dass, was mich begeisterte, dass dann im Drehbuch auch politische Themen eine grosse Breite hatten, war eigentlich alles da, was mein Filmherz begehrte. Diese Mischung hat es ausgemacht - das hat mich total begeistert.
Ich selber bin allerdings nicht so ein Autorfilmer. Für mich ist es nicht wichtig, dass ich so ganz genau weiss, was will ich jetzt erzählen - ich bin eher ein Handwerker und auf mich kommen die Projekte zu, dass kann eine Oper sein oder kann ein Drehbuch sein, dann lese ich das durch und schaue ob mir das etwas sagt, meine Interessen sind dabei so breit gestreut, dass es eigentlich nicht verwunderlich ist, dass ich von so einem Fildrehbuch, dass mir eigentlich nicht so nahe liegt, begeistert bin.
Marcel Krebs: Können dann die Menschen mit denen Sie arbeiten, damit umgehen, wenn Sie so arbeiten, dass der Filmstoff auf einmal auf eine andere Seite springt, wo eigentlich niemand damit gerechnet hat?
Philipp Stölzl:
Ja, man wird ja als Regisseur auch gebucht, auf Grund seiner bisherigen Arbeit. Der Produzent oder die Produzenten glauben ja, dass der beauftragte Regisseur ihr Drehbuch am besten umsetzen kann und da kennt man bereits meine Arbeitsweise. Und bei einer so grossen Produktion wie Nordwand, es ist ja eine Dreiländerproduktion - Schweiz-Deutschland-Oesterreich, da werden natürlich die Grundentscheide schon gemeinsam gefällt. Also kann ich nicht einfach alleine bestimmen, wie ich das jetzt haben will. Es gibt ja verschiedene Arten von Regisseuren: Der Eine dreht den Film selbstbewusst, so wie das Drehbuch es schreibt und hält so die Kosten tief. Der andere macht es auf die amerikanische Art. Produktionen die so ein kommerzielles Interesse haben, haben natürlich für den Regisseur auch eine andere Rolle. Ich habe allerdings keine Probleme mit meiner Rolle im Gegenteil ich bearbeite gerne mit anderen Menschen einen Dialog.
Selber bin allerdings nicht so ein Autorenfilmer. Für mich ist es nicht wichtig, dass ich so ganz genau weiss, was will ich jetzt erzählen - ich bin eher ein Handwerker und auf mich kommen die Projekte zu, dass kann eine Oper sein oder kann ein Drehbuch sein, dann lese ich das durch und schaue ob mir das etwas sagt, meine Interessen sind dabei so breit gestreut, dass es eigentlich nicht verwunderlich ist, dass ich von so einem Filmdrehbuch wie Nordwand, dass mir eigentlich nicht so nahe liegt, begeistert bin.
MarcelKrebs: Waren die Schauspieler begeistert von Ihnen und Ihren Ideen?
Philip Stölzl: Die waren total begeistert. Es war natürlich auch einfach die Schauspieler auszusuchen die überhaupt in Frage kamen. Sie mussten ja auch gewisse Fähigkeiten mitbringen wie klettern etc. Dass war dann schon einfacher als bei einem "normalen Film", wo für eine Rolle viele Schauspieler in Frage kommen können. So habe ich für Nordwand meine ausgesprochene Traumbesetzung gefunden.
Gab es für Sie Enttäuschungen während den Dreharbeiten?
Ja sicher, ich brauchte dringend drei vier Einstellungen und wusste zugleich, dass ich diese nie mehr reinbringen konnte, es war zu warm. Dies war bitter. Leider ist nicht immer alles kalkulierbar. Wir haben es dann anders gelöst.
Ich muss aber sagen, wir hatten auch sehr, sehr viel Glück beim Drehen.
Es gab ja sicher auch ein Erlbenis, dass Sie als schönstes Erlebnis bezeichnen können?
Es gab so wahnsinnig viele schöne Erlebnisse. Wir hatten während des Films abgemacht, dass wir zusammen den Berg nach den Dreharbeiten besteigen werden. Wir haben es dann ein paar Wochen nach Schluss der Dreharbeiten gemacht, zusammen mit dem Schauspieler Florian Lukas, dem Produzenten und dem Kameramann. Wir sind aufgestiegen, natürlich über eine einfachere Route, hinauf auf den Gipfel, dass war so schön, irgendwie Abschied zu nehmen, von dem allen, was uns die letzten zwei Jahre begleitet hatte. Ich habe beim Aufstieg, die Geschichte, die Dramatik gespürt, die der Film auf mich übertragen hat. Unbeschreiblich.
Zur Filmgeschichte
Arbeiten von Philipp Stölzl
Rammstein Du hast
Gianna Nanini - Giorno Disumano
Madonna American Pie
Luciano Pavarotti - Il Canto
Evanescence - Everybody´s Fool
Liebe ist alles Rosenstolz
Anactasia Heavy on my Heart
Garbage: The World is not Enough
VAST: Pretty When You Cry
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