Samstag, 26. Mai 2012, 17:56:51 Uhr

14. Dezember 2009, 11:04

Zwei Troubadoure - ein Duell

Christian Heule und der Franzose Steve Chainel dominieren in Wetzikon

Das Wetzikoner Radquer faszinierte einmal mehr ein grosses Sportpublikum. Wer am heutigen grau-weissen Sonntag auf¨s Radsportgelände beim Fussballstadion kam, wurde mit Radquersport auf hohem Niveau überrascht. Dass der erwartete Schweizer Sieg nicht Tatsache wurde, lag nicht am besten Schweizer Radquerfahrer Christian Heule - sondern am Weltklassefahrer Steve Chainel, der Heule knapp im Spurt nach einem atemberaubenden 11 Runden Duell besiegen konnte.

Brüttisellen, 13.12.09 (mk) Das Radquerfest der Saison

Wetzikon verspricht jedes Jahr Radquerhöhepunkte - und jedesmal wird man in Wetzikon auf's Neue überrascht, wieviel Fantasie, Einfalsreichtum und Können in der Veranstaltung zum tragen kommen. Nicht von ungefähr kommt es, dass die Wetzikoner Organisatoren den heute raren Sponsoren nachrennen müssen, im Gegenteil, wer gute Werbung will ist es selbstverständlich, den inovativen Radsportverein Wetzikon in seinen Belangen grosszügig zu unterstützen.

Das Hauptrennen - ein Leckerbissen der höchsten Kategorie

Christian Heule, heisst der Mann, der es aus Schweizer Sicht fertig bringt - immer noch Tausende Radsportzuschauer zu begeistern. Wenn dann so ein grosssartiger Gegenspieler wie Steven Chainel mitmacht, ist es umso interressanter am Kuchen der Weltspitze zu schneiden.

Zuerst Chainel - dann Heule und zum Schluss ein Spurt

Steven Chainel lieferte von Anfang weg ein wettkampfstarkes Rennen. Christian Heule musste einige Male auf die Zähne beissen um dem hohen Anfangstempo des Franzosen zu folgen. Zur grossen Überraschung aller, konnte Arnaud Grand dem hohen Anfangstempo standhalten und musste sich erst bei Rennhälfte von den Spitzenfahrern verabschieden. Grand liess sich aber geschickt in die Verfolgergruppe zurückfallen und verhinderte so einen totalen Einbruch. Mit dem vierten Platz wurde er aber im Spurt schlecht belohnt.

Heule mit einem wahnsinns Mitteldrittel

Christian Heule übernahm von der vierten bis zur neunten Runde das Renndiktat. Er versuchte aber auch immer wieder zu forcieren und er brachte den Franzosen Chainel fast an den Rand einer Niederlage. Dass es dann am Schluss nicht ganz gereicht hat, war dem jüngeren Franzosen zuzuschreiben, der auf den letzten 400m die Spitze übernehmen konnte und so als erster auf dei Tartarbahn des Fussballplatzes einbog. Von der Spitze aus kontrollierte er schlussendlich den Sprint nach Belieben.

Ein neuer Stern am Schweizer Radsporthimmel

Schon einige Male gab es zu frühe Prognosen. Im Falle des 15-Jährigen Andry Frischnknecht, dürften sie aber nicht zutreffen. Der Sohn der Radquer- und MTB Legende Thomas Frischknecht ist ein echter Diamant. Und wenn der Grossvater und ehemalige Weltstar im Radquerlager Peter Frischknecht Maschine und Räder putzt, gibt das ebenso Mumm wie die absolute Schnellligkeit. Der Schliff scheint ihm durch das familiäre Umfeld gesichert - der Diamant wird in ein paar Jahren zum höchsten Glanz erstrahlen.

Aber auch in der Elite machen immer mehr Fahrer auf sich aufmerksam. Arnaud Grand fehlt nur noch wenig um die horrende Tempi der absoluten Spitzenreiter mitzuhalten. Marcel Wildhaber ist ebenfalls auf bestem Wege dorthin wo Gold und Silber glänzt. Und es sind noch nicht alle. Lukas Flückiger, Renélang und der wieder genesene Yves Corminboeuf stehen da nicht viel nach.

Die Jugend voran - die alten Herren hintennach

Begeistern muss man sie nicht mehr. Dazu haben die Verantwortlichen in der Radquerszene schon viel unternommen. Auch rauschen im Juniorenfeld mit dem Lienhard Sohn, Fabian Lienhard, dem Eschenbacher Lars Forster, dem Steinmaur Lukas Müller und dem Wetziker Roger Walder ebenfalls mehrere noch ungeschliffene Diamanten heran. Aber auch Michael Winterberg, Michael Wildhaber und Dario Stäuble sind weitere Versprechen für die Zukunft.

Die Zukunft und der Wiederaufstieg zur Weltspitze ist gestartet worden. Erfolge sind nur noch eine Frage der Zeit. Wenn es soweit ist, wird man erfahren, wenn wieder zehntausende Zuschauer an der Strecke stehen.

Eine überragende Helen Wyman bei den Frauen

Die Engländerin Helen Wyman musste heute keine Konkurrenz befürchten. Zu überlegen war ihr Fahrstil. Mit einem Start-Zielsieg brachte sie ihre Dominanz auf den Wetzikoner Boden. Die Schwester des Profisiegers Steven Chainel, Lucienne Chainel, belegte den zweiten Platz vor der um die Wurst fahrenden Katrin Leumann, die ihre schärfste Konkurrentin Jasmin Achermann im Spurt bezwang.

Resultate

1. Steve Chainel Frankreich 1:00,52,2

2. Christian Heule Schweiz 1:00:53,0
3. Marcel Wildhaber 1:02:55,3
4. Animator Arnaud Grand Gleiche Zeit

Frauen

1. Helen Wyman 39:43,1

2. Lucienne Chainel 40:12,1
3. Katrin Leumann 41:05,6
4. Jasmin Achermann Gleiche Zeit

Resultate folgen.

Die Reportage folgt.....

Leserkommentare (0) »

Mit einem Starradquer der Ehemaligen war Humor-Sport und Action gleich in Einem vertreten. Wo sieht man so viele Schweizer Weltmeister auf einmal?

Grosses Rennen Arnaud Grand.

Bis zur Rennhälfte eine Dreierspitze.

Andry Frischknecht. Seriensieger bei den Anfängern.

Ungeschliffener Diamant - Andry Frischknecht.

 

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