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06. Juli 2009, 11:37
Seelisches Wunder einer erbarmungslosen Tortour!
Fun, Erlebnis und Begeisterung für eine gemeinsame Sache im Sinne des Freizeitsports - das ist Gigatlon. Wer die fünf Disziplinen, Schwimmen, Rennvelo, Mountainbike, Inlineskating und Laufen beherrscht, der ist bei der Gigathlonfamilie am richtigen Ort. Wer auch noch insgesamt fast 450km mit all diesen Disziplinen zurücklegen kann, sei dies einzeln oder als Team, der ist bei den richtigen Leuten. Der Gigathlon ist aber keineswegs eine Streichelprozedur, sondern erbarmungsloser Kampf gege den inneren Schweinehund und das Austeten der eigenen Grenzen.
Brüttisellen, 6.7.09 (mk) Für die Wettkämpfer war die diesjährige Austragung ein voller Erfolg. So soll es auch sein. Geil, wahnsinns Event, tolle Tage etc. Für mich ist dieser Gigathlon eine absolute Herausforderung, hier kann ich an und ein bisschen über meine Grenzen gehen. Der grosse Haufen der über 5000 Athleten sah die drei Tage auch eher als Fun-Event und nicht aus der Sicht des Rennfiebers. Da war selbst bei grösster Anstrengung noch ein Lächeln übrig. Und wenn der Rücken auf den 56 Inlinkilometern noch so schmerzte, war man für Spässe und Flirts mit dem Publikum am Strassenrand aufgelegt.
Lustige Unterhaltung auf den Rollen und auf dem Velo
Wer den Gesprächen der Teilnehmer zuhörte konnte sich erfreuen und hören, dass Fachsimpeln, Geschichten aus dem Leben und viele andere Highlights an der Tagesordnung waren. Mein Velo knapp über 10.000.- hat sich in der Anschaffung gelohnt, der Rahmen....Weisst Du noch von früher?...Wenn ich morgen auch solche Beine habe, dann gute Nacht..... Schimmen, war das anstrengend....puhhh aber warm war der Bodensee.....
Hat der Gigathlon Zukunft?
Das OK muss sich allerdings einigen Mängeln stellen. So war der Freitag trotz Fun und vielgelobter Besichtigung St.Gallens eher eine Staufahrt mit halbstündigen Zwischenhalten und vorprogrammiertem Verkehrschaos. Ein Showlaufen sozusagen für die Veranstalter und Sponsoren und weniger als ein Vergnügen für die Teilnehmer gedacht. Fragwürdig auch, weil ausgerechnet mitten in einer Stadt durch den Feierabendverkehr gefahren wurde. Fragwürdig auch, weil man zudem am Samstag einen Tag wählte, wo am Oesterreichischen Furkajoch ein Autorennen stattfand und es anscheinend in der Schweiz keine andere Routenwahl gab?? obwohl täglich Ersatzstrecken in allen Varianten in den Plänen aufgeführt gewesen waren - nur für die Fahrradstrecke, fand man dies nicht nötig. Zudem ist das Furkajoch eine der meistbefahrenen Motorradrouten. Man unterschätzte auch die Abfahrt vom Furkajoch gewaltig, diese Strecke wurde bw. bei der Deutschlandrundfahrt als sehr gefährlich eingestuft, den Profirennfahrern wurde damals am Vorabend eine Erklärung betr. Abfahrt gehalten. So war es den auch nicht verwunderlich, dass Unfälle von Gigathlon Rennfahrern passierten, die einen liefen glimpflich ab, einen hat es allerdings besonders böse erwischt. Unverbesserlich wird man sagen, sind diese Rennfahrer und da haben natürlich alle Recht. Wer mit 80 -90 Stundenkilometern runterdonnert, lebt gefährlich. Die aufeinanderfolgenden S-Kurven sind technisch sehr schwierig zu fahren. Der Renndruck war bei den Orangen (Teams) besonders gross, das Risiko dementsprechend, wollte doch keiner zu spät bei der nächsten Wechselzone zur Übergabe sein. Der Grossteil der Athleten verstand das Wort Fun wirklich als Fun und schätzte das Risiko auch richtig ein.
Eine Tortour in der Tortour
Anspruchsvoll war der Samstag alleweil. 3,8km Schwimmen im Bodensee, 56km Inlinen auf dem Rheindamm bis nach Schaan FL und die anspruchsvolle Pässefahrt über das Furkajoch 90km, den Hill hinauf auf den hohen Kasten und die abschliessende Mountainbikestrecke nach St.Gallen forderten alles und noch ein bisschen mehr.
Unfall am Furkajoch
Wie gefährlich die Abfahrt vom Furkajoch aus über 1700m ist, zeigte sich bald. Die nachfolgenden Zeilen stammen nicht aus dem Märchen vom Yeti sondern sind puure Tatsache. Zuerst fing ich ein Pferd ein, dass sich auf der Strasse genüsslich tat und immer wieder den Garaus nahm, - zu allem Elend war es gleich nach einer unübersichtlichen Stelle, kurz darauf passierten wir die genannten gefährlichen S-Kurven und da lag ein Schwerverletzter Rennvelofahrer. Er war mit einem Auto, dass sich in Bergfahrt befand zusammen-gestossen. Erste Hilfe kam da vor allem anderen und so regelten wir das Ganze mit Organisation des Krankenautos, Verständigung des O.K und schlussendlich den Transport des kapputten Rennrades nach Oberriet in die Wechselzone. - Dass man als Helfer bei der Verkehrsregelung von den Rennvelofahrern noch zusammengestaucht wird, "wir müsen fahren, wir haben keine Zeit, achtung auf die Seite, hat dem Wort Gigathlon einige Lackschäden verpasst und der Event wird in Zukunft noch ein härteres Durchsetzungs-vermögen brauchen, um die nötigen Bewilligungen zu erhalten. In der jetztigen Form war und ist die Veran-staltung mehr als fragwürdig.
Viele schlechte Abfahrer
Ob und wie sich der Unfall zugetragen hat, weiss ich nicht. Was ich aber auf der 12km langen Abfahrt an Fahrkünsten sah, war haarsträubend. Die Frauen sind da mit grosser Ausnahme ausgenommen, den die haben ihre Technik den Strassenverhältnissen angepasst. Bei den Teamfahrern (ORANGE) haben viele, viele Fahrer ihre Technik völlig überschätzt und die Kurven komplett falsch angefahren und zudem mit viel zu hoher Geschwindigkeit die gefährlichen Stellen passiert.
Missachtung von Verkehrsvorschriften
Viele Velofahrer missachteten sämtliche Verkehrsregeln. Fuhren bei Rot über die Kreuzung, durch mit Fahrverbot gekennzeichnete Tunnelle etc. etc. So wurden bw. vor einem Rotlicht die Autofahrer angemotzt jetzt endlich zu fahren, hier finde ja schliesslich ein Rennen statt.
Aller Schelte Abend und ein Hoch zum Schluss
Trotz aller Schelte, war das Wochenende für die 5000 Freizeitsportler ein voller Erfolg. Sie konnten wirklichen Fun hautnah und mit eigenen Leib leben. So gesehen, ist der Gigathlon 2009 ein Erfolg für glückliche und zufriedene Sportler. Zusammensein mit Gleichgesinnten und eine unglaubliche Leistung zu vollbringen, stand für die meisten der Teilnehmer im Vordergrund. Fun vor Zeittabelle, Plausch vor Rennstress. So kann man sich die Frage stellen, will man die Zeitmessung nicht abschaffen? Fun und Topleistung stehen sich nämlich gar apruppt im Wege.
Rangliste
Single Man
Rang, Start-Nr., Name, Wohnort, Zeit, Rückstand
1., 122, Roger Fischlin, 5246 Scherz, 17:51:56
2., 108, Markus Alpiger, 8887 Mels, 18:48:55, 0:56:59
3., 151, Marcel Knaus, 9491 Ruggell (LI), 19:03:38, 1:11:42
Single Woman
Rang, Start-Nr., Name, Wohnort, Zeit, Rückstand
1., 354, Nina Brenn, 8044 Zürich, 20:43:05
2., 370, Ariane Gutknecht, 4123 Allschwil, 21:12:46, 0:29:41
3., 371, Andrea Huser, 3656 Aeschlen ob Gunten, 21:36:43,
0:53:38
Couple
Rang, Start-Nr., Name, Wohnort, Zeit, Rückstand
1., 611, Adrenalin: Barbara Bracher, Thun/Matthias Gerber, 18:40:15
2., 586, Tempo-Sport: Marcel Kamm, Dübendorf / Marianne Kern, 18:49:47, 0:09:32
3., 569, Salomon Goldwurst-Power: Gabriel Lombriser, Büsserach /
Lea Thüring, Binningen, 18:52:55, 0:12:40
Team of Five
Rang, Start-Nr., Name, Wohnort, Zeit, Rückstand
1., 1621, ODLO Top Team: Nadine Gloor, Hünenberg / Marcel Bartholet, 6331 Hünenberg / Belinda Schmid, 8615 Wermatswil / Ernst Walter, StGallen /Marcel Wildhaber, 8855 Wangen, 15:30:42
2., 1500, Klinik im Zentrum: Erich Kuster, 9050 Appenzell / Mathias Frank, 4415 Lausen / Addis Gezhagen / Natalie Hirsekorn, 9303 Wittenbach / Roger Schneider, 8046 Zürich, 15:38:49, 0:08:07
3., 1794, SPONSER Team: Till Marx, 3413 Kaltacker / Flurina Heim, 7503 Samedan / Caroline Steffen / Emanuel Vardon / Ruedi Wild, 8608 Bubikon, 16:02:58, 0:32:16
Gesamtrangliste
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Die Umgebung des Fukrajochs in der Nähe Feldkirchs in Oesterreichs weist Partien mit bis zu 16% Steigungsprozenten auf. Manch einem seiner Beine war es nicht mehr wohl und er zog kurzerhand seine Schuhe aus und er erreichte per Pedes die sonnigen Höhen des wunderschönen Furkajochs!


Fröhlichkeit und Plausch - so soll es auch sein.


Grosse Leistung!





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