Samstag, 26. Mai 2012, 17:43:38 Uhr

20. Mai 2009, 11:02

Gummi-Speed und Fantasien

Das Seifenkistenrennen in Wangen-Brüttisellen

Die Piste am Wangener Millionen-Hill glänzte im gleissendem Sonnenlicht. Der Atem der vielen Zuschauer stand buchstäblich still, als die ersten Bobycars mit den Kleinsten die Rennpiste hinunter donnerten. Es lag was in der Luft - es schmeckte nach verbranntem Gummi und nach prächtigen Frühlingsblumen, die links und rechts der Strecke blühten. Ein herrliches Frühlingsschauspiel bunter, toller Farben - ein herrliches Schauspiel der renn- begeisterten Jugend. Organisator Adrian Ferrari hat aus dem einst kleinen Seifenkistenrennen ein Muss für die gesamte Gemeinde geschaffen. Bekannt ist das Rennen mittlerweile auch im Ausland - Rennfahrer aus Deutschland donnerten mit ihren Hightechkisten mit über 50 Stundenkilometern zu Tal.

Brüttisellen, 16.5.09 (mk) Wangen-Brüttisellen stand auch dieses Jahr am 16.Mai, ganz im Zeichen des bereits zur Tradition gewordenen Seifenkisten-rennens. Das Rennen am Wangener Millionenhügel ist bereits weit über die Kantonsgrenzen hinaus bekannt, so nahmen Rennfahrer mit ihren Kisten aus Basel und sogar ein Teilnehmer aus Gemünden am Main in Deutschland teil. Der grosse Teil der Startenden stammte aus Wangen-Brüttisellen selbst oder aus den umliegenden Gemeinden und Kantonsorten.

Die sinnvolle Freizeitbeschäftigung, die Väter mit ihren Söhnen und Töchtern über die Wintermonate mit dem Bau einer Kiste vollbracht hatten, fand am Samstag mit dem Rennen ihren Höhepunkt. Schwer zu beurteilen war im Vorfeld des Startes, wer sich nun mehr freute - die Väter oder ihre Kinder. Die ausgelassene Stimmung auf dem Wangener Dorfplatz zeigte aber eines, das Wangener Seifenkistenrennen hat eine grosse Anzahl Menschen glücklich und eine aufstrebende Dorfgemeinde, Rennverrückt gemacht.

Die Kleinsten mit den Bobbycars

Wer kennt sie nicht! Die lustigen kleinen Bobbycars, die jeder Erwachsenen (oder fast jeder) einmal selbst als Kind gefahren ist. In knalligen bunten Farben standen sie mit ihren Fahrern am Start, um den Zielschuss hinunter zu rasen. Manch einer war selbst erstaunt über seinen Mut, den er gleich mit der folgenden Fahrt beweisen durfte. Wenn auch der eine oder die andere mit Tränen in den Augen doch nicht hinunterfahren wollte, zeigte das Fahrerfeld eine herzhafte Vorstellung.

Die Gaudikisten - das Highlight des Rennens

Auf Teufel komm raus (der fuhr wirklich mit)legten sie los, die super Modelle an luxuriösen Seifenkisten. Vom alten umgebauten Kettcar bis hin zum späteren Sieger dem "die Ratten verlassen das sinkende Segelschiff" gab es viel Ideenreichtum und wirkliches Gaudi, in der Bauweise und Art der Kisten. Die vielen Zuschauer klatschten begeistert Beifall, bei jeder Durchfahrt der Kisten. Der Schnellste auf der 900m langen Strecke war der Deutsche Patrik Banasik aus Gemünden am Main, der die Tagesbestzeit mit 1.03 aufstellte, was einem Durchschnitt von rund 50 Stundenkilometern
entsprach. Das farbenfrohe Volk der Hobbyrennfahrer jedenfalls, wusste am Samstag sich bestens in Szene zu setzen.

Alles Happy - keine Verletzten und prachtvolles Wetter

Adrian Ferrari OK Präsident des veranstaltenden Clubs, des Sportclubs Wangen, strahlte den auch von morgens bis abends. Für ihn, den Initiant des Rennens war es der schönste Tag des Jahres, ein Tag wo alles gestimmt hat, ein Tag wo man nur glückliche Gesichter mit leuchtenden Augen sah. Keine Unfälle, reibungsloser Ablauf und viele, viele Zuschauer - dass bis ins kleinste Detail geplante und auch durchgeführte Rennen überzeugte. Natürlich, geht es auch am Wangener Millionenhill nicht mehr ohne modernste Technik. Zeitmessung, Funkübertragung und Rennkommentar über Lautsprecher zeigten die Professionalität in der Organisation der Veranstalter. Was einst als Versuch der Freunde des Sportclubs Wangen begann, könnte in zwei, drei Jahren zum Grossereignis mit tausenden von Zuschauern werden. In Wangen ist alles für diesen Schritt vorhanden. Eine super Strecke, ein einmaliges OK und die wohl begeisternste Seifenkistenbevölkerung der Schweiz. Wegzudenken jedenfalls, ist das Rennen nicht mehr. Es gehört zum Dorfbild wie die 1902 eingeweihte Kirche im Dorf.

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